Versicherungs- und Vermittlungsgesellschaft mbH des Bauernverbandes

Afrikanische Schweinepest erreicht Belgien

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Belgien angekommen – deutlich schneller als befürchtet. Damit scheinen sich Erwartungen des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)für Tiergesundheit, wonach es nur eine Frage der Zeit ist, wann auch Deutschland betroffen sein wird, zu bewahrheiten.

Hoher individueller und volkswirtschaftlicher Schaden droht

Für den Fall eines Ausbruchs befürchtet die Branche enorme Verluste – der Deutsche Bauernverband geht bei einem großen Seuchengeschehen von einem Verlust von mindestens zwei Milliarden Euro aus. Werden nachgelagerte Bereiche wie Lebensmittelindustrie und Handel sowie die Seuchenbekämpfung in die Berechnung einbezogen, liegt der potentielle Schaden weitaus höher. Darüber hinaus ist mit Langzeitfolgen zu rechnen, die insbesondere den Export betreffen. Drittländer reagieren teilweise sehr restriktiv und verhängen Handelssperren, wodurch stark exportorientierten Betrieben ihre Absatzkanäle wegbrechen können.

Der Mensch ist der größte Risikofaktor

Die Seuche ist schwer aufzuhalten, weil der ASP-Erreger in der Wildschweinpopulation vieler ost­euro­päischer Staaten (u.a. Estland, Lettland, Litauen, Russland, Rumänien, Tschechien, Polen) weit verbreitet ist. Und da Tiere keine Rücksicht auf Ländergrenzen nehmen, ist es absehbar, dass die Seuche auch in der dichten deutschen Schwarzwildpopulation ankommt. Und von da bis in die Hausschweinebestände ist der Weg nicht mehr weit.

Hierbei muss es nicht einmal zu einem direkten Kontakt zwischen Wild- und Hausschwein kommen, denn der größte Risikofaktor ist der Mensch. Illegal importiertes Fleisch sowie mit dem Krankheitserreger belastete Kleidung, Essensreste, Futtermittel, Werkzeuge und Transportfahrzeuge reichen aus, gepaart mit Unwissenheit, Unachtsamkeit oder gar Fahrlässigkeit, und der Virus wird, auch über große Entfernungen, in die heimischen Haustierbestände eingetragen.

Seuchenprävention und individuelles finanzielles Risikomanagement nötig

„Vorbeugen ist besser als Bohren“ – der Slogan aus der Zahnpasta-Werbung gilt in leicht modifizierter Form auch hier, denn das derzeit wirksamste Mittel der Bekämpfung ist die strikte Einhaltung der bestehenden Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nimmt die neue Situation sehr ernst, sieht die Vorbereitungen für den Krisenfall aber auf einem guten Weg. Ihr Ministerium weist die Schweinehalter erneut auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen und auf die Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung hin. Außerdem wird die Jägerschaft aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörden anzuzeigen, um eine entsprechende Untersuchung sicherzustellen.

Weil der ASP-Virus aber auch bei bestmöglicher Anwendung der Präventionsmaßnahmen den Weg in den Schweinestall finden kann, ist Schweinehaltern anzuraten, zusätzlich finanzielle Vorsorge zu betreiben. Zumindest ein schadenbedingter monetärer Verlust lässt sich hiermit beherrschen. Dies gilt insbesondere für Wachstumsbetriebe, die Fremdkapital bedienen müssen, sowie hoch spezialisierte Betriebe, die Verluste nicht durch Einnahmen aus anderen Betriebszweigen ausgleichen können. Nähere Informationen finden Sie im R+V-Ratgeber.

2018-11-30T11:33:17+00:0014. September 2018|Aktuelles|